Mein Name ist Claudia Pilger

Unser Sohn Matthias wurde 1996 geboren und besuchte nach seiner Kindergartenzeit als letzter Jahrgang den Förderkindergarten in Mainz-Lerchenberg. In dieser Zeit wurde der sonderpädagogische Förderbedarf festgestellt und nach Hospitationen an diversen Schulen, vielen Gesprächen und Umwegen entschieden wir uns glücklicherweise für die Albert-Schweitzer- Schule in Ingelheim mit dem Förderschwerpunkt Lernen.
Nach 7 Jahren an dieser Schule wurde Matthias im Sommer 2010 umgeschult nach Sprendlingen an die Elisabethenschule mit dem Förderschwerpunkt Ganzheitliche Entwicklung.

Ich arbeite im dortigen Schulelternbeirat mit und bin weiterhin im Förderverein der Albert-Schweitzer-Schule aktiv.

Während der bisherigen Schullaufbahn unseres Sohnes ist mir immer wieder klar geworden, wie wichtig die Existenz von Förderschulen ist, da Matthias in der Form, wie es zur Zeit die Beschulung in Schwerpunktschulen gibt, keine Chance an einer anderen Schule gehabt hätte. Nur durch die optimale und individuelle Förderung an diesen zwei wunderbaren Schulen kann er das lernen, was möglich ist und so optimal auf das Leben vorbereitet werden.

Als vor einem Jahr der Anbau an die Albert-Schweitzer Schule auf der Kippe stand, wurde klar, dass die Zukunft der Förderschulen, besonders mit dem Förderschwerpunkt Lernen, „schwierig“ ist. Im Zuge dieses Kampfes um den Anbau haben wir mit vielen Eltern und Behörden Kontakt bekommen und so viele Erfahrungen berichtet bekommen, dass ich Handlungsbedarf gesehen habe. Mir ist klar geworden, dass wir nur gemeinsam etwas bewegen und die Mitmenschen und die politische Welt aufrütteln und auf unsere Probleme mit unseren besonderen Kindern aufmerksam machen können.

So ist die Idee der Interessengemeinschaft entstanden und ich habe in Frau von der Weiden und Frau Greifzu-Schneider engagierte Gründungsmitstreiterinnen gefunden.

Die offizielle Gründungsveranstaltung der "Interessengemeinschaft Pro Förderschule" fand am 24. Januar 2011 in Bingen am Rhein statt und die Resonanz war überwältigend.
Eine Vielzahl von Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen hat an diesem Abend miteinander diskutiert und ist überein gekommen, sich für eine bessere schulische und soziale Förderung von Kindern an beiden Schulformen aktiv einzusetzen.

Inzwischen ist ein erstes Netzwerk von Eltern beeinträchtigter Kinder entstanden, das unterstützt wird von Fachleuten wie Ärzten, Therapeuten und Pädagogen.
Die Vereinsgründung ist auf dem Weg und die Resonanzen in persönlichen Gesprächen aber auch in Briefen und Mails zeigen uns, wie wichtig dieses Thema ist.